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www.weatherandclimate.eu

Eine der weltweit schlimmsten Gletscherfluten ereignete sich in Grönland

13 december 2024

Wissenschaftler der Universität Kopenhagen (Dänemark) haben zum ersten Mal ein seltenes Naturphänomen beobachtet: Gletscherfluten in Grönland. Mehr als 3 Billionen Liter Schmelzwasser strömten über mehrere Wochen aus einem See im östlichen Teil der Insel. Die Studie verdeutlicht die „enormen und potenziell gefährlichen Kräfte“, die Schmelzwasser freisetzen kann. Der Catalina-See in Ostgrönland enthält das Dreifache des jährlichen Wasserverbrauchs von ganz Dänemark. Er schüttete 3,4 Kubikkilometer Schmelzwasser in den Fjord Scoresby Sound.

Das Ereignis war eines der drei größten in den Aufzeichnungen. Die Freisetzung fand vom 23. September bis zum 11. Oktober statt und senkte den Seespiegel um 154 Meter. Die freigesetzte Energie entsprach der Leistung des größten Kernkraftwerks der Welt, das 22 Tage lang in Betrieb war. Zuvor hatten Experten Hinweise auf Gletscherfluten gefunden, konnten diese aber wegen der Polarnacht und der starken Bewölkung nicht beobachten. Im Fall des Catalina-Sees war es erstmals möglich, die Ereignisse mit Hilfe von Satellitenbildern in Echtzeit zu verfolgen und die Menge des ausgetretenen Wassers zu messen.

Das Schmelzwasser im Catalina-See hatte sich seit 20 Jahren angesammelt. Er liegt in einem Tal, das von dem massiven Edward-Bailey-Gletscher bedeckt ist. Als sich der See füllte, begann das Wasser den Gletscher anzuheben und bildete einen 25 km langen Tunnel unter dem Gletscher. Durch diesen Tunnel strömte der Fluss in den Fjord. Eine solche Katastrophe wird als Gletscherseeausbruch bezeichnet. In den letzten 30 Jahren hat die Häufigkeit dieser Ereignisse aufgrund der globalen Erwärmung zugenommen. Wissenschaftler haben davor gewarnt, dass die Folgen eines solchen Ereignisses in einer dicht besiedelten Region wie dem Himalaya katastrophal sein könnten. Nach Angaben der Universität Kopenhagen leben insgesamt 15 Millionen Menschen in Gebieten, die von Gletscherfluten bedroht sind.

Zuvor wurde bekannt, dass die Erwärmung den grönländischen Gletscher in den größten Staudamm der Welt verwandelt hat. Riesige Mengen an Schmelzwasser stürzen von der Oberfläche auf die Basis des Eisschildes. Dabei wird Energie in Wärme umgewandelt. Ähnliche Prozesse laufen in Wasserkraftwerken ab. Studien haben gezeigt, dass im Sommer 2014 täglich bis zu 82 Millionen Kubikmeter Schmelzwasser in das Gletscherbett flossen.

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